Unterwegs

Das Abenteuer Leben bleibt für uns 2026 spannend. Gefühlt ist unsere Welt seit Jahren in einer Art Dauerkrise. Und zugleich ist es wichtig, sich immer wieder vor Augen zu halten, dass jeder in seinem eigenen Umfeld starten und etwas zum Guten bewegen kann. Und es gilt auch, das Positive immer wieder zu schätzen : seien es die wertvollen Momente im Arbeitsleben, Begegnungen mit Freunden, die gesunde Familie oder erfüllende, kreative Freizeitaktivitäten. 

Seit einiger Zeit bin ich in Bern in ganz neuen Kontexten unterwegs: Besonders freut mich, dass ich seit 2024 in meinem Quartier im Zentrum von Bern zusammen mit einem wunderbaren, vielseitigen Team aus Hauptamtlichen, Ehrenamtlichen und Freiwilligen für andere da sein darf und mich mit anderen zusammen auch sozial und kulturell engagieren kann. 

Lehre an der Uni im FS 2025

Im Frühlingssemester 2025 habe ich ein Kolloquium zu 'Kleinen Erzählungen des Mittelalters' am Deutschen Seminar der Universität Zürich durchgeführt. Im Verlauf des Semesters haben wir deren Kernelemente erkundet: Die typischen Figuren, die Ordnungen und Grenzüberschreitungen, die Berührungspunkte mit anderen Textsorten. Und wir haben auch den Ort solcher Erzählungen im Gefüge der mittelalterlichen Literatur(en) diskutiert. Ich bin beeindruckt von der Qualität der Gespräche, die wir in diesem Semester geführt haben, von den Fortschritten sowie vom Wissen und Können der Teilnehmerinnen und Teilnehmern. 

Onboarding als Challenge

Im vergangenen Jahr habe ich an der Universität St. Gallen eine CAS-Arbeit zum Thema Führungskräfteauswahl und Onboarding geschrieben. Meine Kernerkenntnis war, dass die Auswahl, aber auch das Onboarding von Führungskräften sehr herausfordernd ist. Es warten auf die neu angeheuerten CEOs gerade in der Startzeit zahlreiche Hürden, die von ihnen nur durch gute Vorbereitung, aber auch durch die grundlegende Transparenz der Vorgesetzten bezüglich der anstehenden Herausforderungen und Aufgaben für die Amtsperiode überwunden werden können. Denn neben der fachlichen Eignung muss auch die kulturelle Passung des neuen Leaders/der neuen Leaderin stimmen, die Erwartungen müssen transparent und das Assignment klar sein, die Übergabe der Dossiers sowie die Einarbeitungsphase optimal verlaufen. Besonders wichtig erscheint mir aus meiner Sicht die Transparenz bezüglich der Erwartungen an die neue Führungskraft, ihre Aufgaben und mittelfristigen Perspektiven.

News

Design Thinking

Diese Woche hatte ich an der BFH  spannende Einblicke in diese agile Methode und konnte dabei auch meine eigene Komfortzone verlassen, Neues entwickeln, denken und zusammen mit anderen herausragenden Teammitgliedern einen Prototyp zum Onboarding von höheren Kadern designen. Sehr nützlich, wenn man sich überlegt, dass bis zu 35 % der neu angestellten Manager nach 18 Monaten wieder draußen sind (siehe Wolfgang Walter: Vom Executive Onboarding bis zum Accelerated Transition. In: Hofmann, Begert: Headhunter. Blick hinter die Kulissen, 2. Aufl. Springer Fachmedien Wiesbaden 2014, S. 117-126, hier 118).

Design Thinking 2 

In den vergangenen Wochen habe ich gelernt, dass es viele Techniken gibt, um Brücken zwischen Menschen zu bauen und in den Vordergrund zu stellen. Wir alle sollten vermehrt nach Gemeinsamkeiten, Ähnlichkeiten und Anknüpfungspunkten suchen. Das schafft Gemeinschaft und Motivation. 


Übereinstimmung

Bei der Rekrutierung von hochqualifizierten Führungskräften spielt die Corporate Culture eine grosse Rolle. In mehr als 80 Prozent der Fehleinstellungen bestand eine mangelnde Übereinstimmung zwischen der neu eingestellten Person mit der Corporate Culture des Unternehmens/der Institution (vgl. Thomas Keil and Marianna Zangrillo: The Next CEO. Board and CEO Perspectives for Successful CEO Succession. London/New York 2021, S. 27). Man kann das auch so formulieren: Es fehlt die Ähnlichkeit, die gleiche «Sprache» bzw. die «Chemie» mit dem Team. Es geht in der Auswahl von Führungspersonen auch darum, dass im bourdieuschen Sinn zwischen Leader und Team der Habitus stimmt bzw. zumindest Brücken gebaut werden können und gegenseitige Akzeptanz und Resonanz hergestellt werden kann. 

Skills 

Was nützt es eigentlich, eine Promotion (oder weitere Bücher) zu schreiben? Mir war es damals wichtig, ein Thema von allen Seiten zu beleuchten und es wirklich zu verstehen. Dabei ist mir aufgefallen: Ich bin zwar Germanistin, aber alles andere als sprachverliebt. Mir kam es vielmehr darauf an, dass ich etwas Neues herausfinde. Zudem habe ich mich intensiv mit Philosophie, Kommunikationswissenschaften, Soziologie und Psychologie beschäftigt. Ich weiss zudem, wie ich schwierige Phasen überstehe, bin hartnäckig. Und zwar auch dann, wenn die Resultate auf sich warten lassen. Meine Zeit in der Wissenschaft hat meine analytischen Fähigkeiten, aber auch Genauigkeit und Sorgfalt gefördert. Man hat mir viel Vertrauen entgegengebracht: Ich habe in meiner Zeit als Doktorandin wertvolle, mehr als 800 Jahre alte Gegenstände in der British Library in London untersuchen dürfen. Weil ich viele Jahre lang Seminare, Vorlesungen und Vorträge halten durfte, bin ich sehr gut im Strukturieren von Veranstaltungen, Gestalten von Powerpoint. Ich kann ausgezeichnet präsentieren. Und weil ich mehrjährige Projekte durchgeführt habe, kann ich mir meine Zeit sehr gut einteilen und arbeite sehr selbständig.